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№ 20 Vorweg gehen – Community Building bei der DB Systel

 

Auf der Suche nach Menschen, die aus der Mitte der Organisation heraus Dinge in Bewegung setzen – ohne Auftrag, mit Erfolg – wurde uns Darren Cooper von der DB Systel, der Digitaltochter der Deutschen Bahn AG,  nahegelegt. Und so machen wir uns auf den Weg nach Berlin Friedrichshagen, wo wir nicht nur Darren treffen, sondern auch gleich einen Mitstreiter, Fabian Beiner.

Darren ist „Software developer by trade, Internet evangelist by heart, event organiser by hobby“, seine Freunde bezeichnen ihn als Anstifter. Vielleicht ist er auch ein Unruhestifter. „Ich bin experimentierfreudig, und ich habe keine Angst zu versagen“, beschreibt sich Darren und begründet damit, warum er Dinge einfach anpackt und verbessern will.

Braucht ein Konzern wie die Bahn solche Menschen wie Darren, umtriebig, wenig regelbasiert, immer auf der Suche nach neuen Verbindungen? Nach sechs Monaten fragt er seinen Chef, ob er nicht doch lieber ein Bahner sein sollte – und der Chef signalisiert klar: Bloß nicht, wir brauchen Menschen Deines Schlags. Menschen, die Dinge in Frage stellen, Neues ausprobieren. Gerade Organisationen wie die Bahn benötigen diese Haltung mehr denn je. Darren sucht und findet im Konzern die Freiräume der Gestaltung. Und davon findet er viele.

Sein Freund Fabian Beiner leitet die Niederlassung der Star Corporation, die nicht zufällig Star Corporation heißt, da sie mal Teil des Daimler Konzern war. Er macht die gleiche Erfahrung. Sein Chef sagt: „Werde bloß nicht so wie alle anderen. Davon haben wir hier schon genug“.

Was macht nun diese beiden Akteure aus? Sie bauen Brücken zwischen Menschen und gestalten Communities durch kreative, partizipative Formate. Mit Barcamps setzen sie auf ganz andere Formen von Wissensverteilung, und dieses Konzept in einem Konzern zu realisieren, weg von Frontalbeschallung hin zu einer Veranstaltung von Jederfrau und Jedermann für Jederfrau und Jedermann, das ist die Herausforderung für Darren und seine Mitstreiter.

Darren erzählt, wie er den „Agile Roundtable“ ins Leben ruft. Er bringt Menschen zusammen, um eine gemeinsame Idee vom Thema Agile zu erarbeiten und zu verbreiten, quasi ein Sprachkurs für dieses neue Thema in der Organisation. Und mit seinem Wissen hilft Darren anderen Kollegen, Communities zu bauen. „Ich helfe ihnen, ich bin deren Sicherheitsnetz“ erzählt Darren.

Und wir erfahren von Fabian, warum er als „Second Dancer“ oder „First Follower“ den Vortänzer zu dem macht, was er zu sein scheint. Sichtbar zu zeigen, dass das, was der First Dancer tut, Sinn macht und Nachahmer verdient.

Wir sprechen über Schulterklappen, Widerstände und Abwehrkräfte, und wie das zentral mit dem Thema Führung zusammenhängt. Braucht es Schulterklappen, um Dinge zu bewegen? Darren sagt: Nein. Schulterklappen würden ihm nicht helfen, die formale Führungsposition wäre nichts für ihn. „Führung ist doch nicht der, der hinten peitscht, sondern der, der vorneweg geht.“

Viel Spaß mit dem Gespräch mit zwei Akteuren, die vorneweg gehen.

Unseren Podcast gibt es auf allen gängigen Plattformen:

Informationen zu unserem Buch „Graswurzelinitiativen in Unternehmen“ gibt es -> hier.

 

Zitate

„Viele Leute trauen sich nicht. Oder sie wissen nicht, wie sie es tun sollen. Und dann muss einer kommen, der sich traut, es nicht zu wissen, und es trotzdem zu tun.“

„Führung ist doch nicht der, der hinten peitscht, sondern der, der vorneweg geht.“

„Ungeduld: Leute, die Sachen umsetzen wollen, müssen einen Tatendrang haben“

„Mach! Nicht: Macht.“

„Es geht nicht um Power, sondern Empower. Es geht darum, andere Leute zu befähigen.“

„Macht verschwindet aber nicht. Auch wenn die Hierarchie keine Hierarchie mehr ist, da gibt es immer noch dunkle Ecken, wo die Macht herrscht. Und diese Macht findet manchmal andere Wege“

„Das sehen wir im Homeoffice: Leute sagen: Oh ich muss schnell einkaufen gehen. Ich denke nicht, dass die zu wenig arbeiten, weil die jetzt einkaufen gehen. Ich glaube, die richten ihre Arbeit nach ihrem Leben, und nicht ihr Leben nach ihrer Arbeit. Und das ist wunderbar. Es soll nicht Work-Life-Balance heißen, sondern Life-Work-Balance heißen – weil das Leben ist eigentlich an erster Stelle.“

„Ich kann einen Tweet absetzen, oder die richtigen Leute fragen, und dann kann man Dinge in Bewegung setzen“

„Ich habe in Rhein-Main 300 Events organisiert, und jeder fing an mit Tatendrang – ich möchte einfach an alle appelieren: macht es einfach“

 

Links

Friedrichshagen: Der Film „Haialarm am Müggelsee https://de.wikipedia.org/wiki/Hai-Alarm_am_M%C3%BCggelsee

First Dancer, first Follower: How to start a a movement https://www.youtube.com/watch?v=gxFt1BZiMTw

 

Sabine Kluge

„Mein Erfolgsrezept zum Überleben in komplexen Zeiten? Unternehmertum im Unternehmen fördern. Ohne sinnentleerte Prozesse und Regeln, dafür mit Menschenverstand, sachorientiert, beweglich und im Vertrauen, dass die Menschen im Unternehmen ihr Bestes geben.
Unser Beitrag? Wir sprechen nicht nur über Haltung und Werte – wir machen sie erlebbar.“

Fokus:

Lernender Mensch – lernende Organisation: Social Learning, Collaboration, Working Out Loud als Arbeitshaltung und Lernprogramm, Selbstorganisation von Teams (Rollen und Entscheidungsprozesse in soziokratischen Strukturen und Anschlussfähigkeit an traditionelle Strukturen)

Kompetenzen:

Handlungsfokussierte Workshops, Lernprogramme und ganzheitliche Veränderungskonzepte rund um Fragen zeitgemässer Führung, Entscheidung und Zusammenarbeit für alle Zielgruppen im Unternehmen;
Inspiration und Moderation von Veranstaltungen und Gruppen aller Größen;
Systemisches Coaching von Einzelpersonen und Teams zum zeitgemässen Führen, Entscheiden und Zusammenarbeiten

Erfahrung:

25 Jahre Strategische Planung und Learning and Development in einem multinationalen Industrie Dax Konzern, Gründerin, Hochschul-Dozentin.

Ausgezeichnet als eine der 40 führenden deutschen HR Köpfe 2019 sowie Top-10 der HR Influencer 2020 durch das personalmagazin.

LinkedIn Top Voices 2017 und 2018,   HR Excellence Award  2017 gemeinsam mit der Working Out Loud Community of Practice (WOL COP), XING New Work Award 2018

Speakerprofil von Sabine -> DOWNLOAD

Beyond Consulting: Wie aus Consultants Konsorten wurden

Konsortevon lateinisch consors → la (Plural: consortes) = GenosseGefährte im 16. Jahrhundert entlehnt; aus dem Präfix con- = zusammen und dem Substantiv sors = SchicksalAnteilLos

Zugegeben, das Wort „Berater“ ist uns in den vergangenen Jahren immer schwerer über die Lippen gegangen. Denn der Berater steht über den Dingen, er wartet mit Antworten auf, die offenkundig niemand aus dem Unternehmen geben kann.

Uns scheint es vermessen, in einer dynamischen, komplexen und sich immer schneller verändernden Welt Blaupausen für die Lösung unternehmerischer Herausforderungen auf Abruf parat zu haben: Wir produzieren keine Slideware, sondern machen uns gemeinsam mit unseren Kunden auf den Weg. Als Pfadfinder. Als Reisebegleiter. Als Konsorten.

Denn nur so erfassen wir die DNA einer Organisation aus ihrer Geschichte heraus und entwickeln individuelle Ideen und Wege zu zeitgemäßer Organisation, Führung, Zusammenarbeit und unternehmerischer Entscheidungsfindung.

Was uns auszeichnet:

  • Wir kennen das Toolset der Transformation, die Werkzeuge, mit denen Zusammenarbeit und Vernetzung neu gedacht werden können, seit vielen Jahren in der Tiefe.
  • Wir haben tiefes Wissen über den Skillset, über die Kompetenzen, die Unternehmen gegenwärtig und künftig benötigen, um erfolgreich zu sein. Und aus langer Erfahrung im Bereich Learning & Development wissen wir, wie wir die Kompetenzen stärken können.
  • Ganz besonders ist uns die Herausforderung vertraut, Menschen in der Organisation für steten Wandel zu gewinnen und sie auch in komplexen, unsicheren Zeiten zu Akteuren der Veränderung zu machen. Denn wir haben selbst erfahren, dass es auf die Haltung, den Mindset ankommt, wenn es darum geht, Organisationen in komplexen Zeiten im Sinne des individuellen Unternehmenserfolgs in eine neue Richtung zu bewegen.

Erfolgreiche Transformation versteht, wer sich selbst immer wieder neu zu erfinden weiß: Ab sofort lassen wir die „Kluge Consulting GmbH“ hinter uns und treten als „kluge+konsorten GmbH“ mit einem Kompetenz-Netzwerk Gleichgesinnter die Weiterreise an.

Warum Konsorten? Weil wir in den letzten Jahren vielen beeindruckenden gleichgesinnten Persönlichkeiten begegnet sind, die uns mit ihren Ideen, ihren Kompetenzen, ihrer Weltsicht und ihren handfesten, praktischen Erfahrungen in Unternehmen zu begeistern wussten. Und dabei der Wunsch entstanden ist, methodisch voneinander und miteinander zu lernen.

Unsere Konsorten sind wirtschaftlich unabhängige Netzwerkfreunde mit eigener Identität, eigenem Business und eigenen Kundenprojekten. Gleichwohl stehen sie uns und wir ihnen im Bedarfsfall zur Seite wenn es darum geht, konkrete Herausforderungen unserer Kunden aus möglichst vielen unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Oder um neue Themen aus verschiedenen Kompetenzbereichen rund um zeitgemäße Organisation zu teilen.

Wir leben vom Austausch untereinander, von Vernetzung, Kommunikation und Ko-Kreation. Das ist auch der Grund, warum wir so lieben was wir tun – und warum wir uns auf diese Weise neu erfunden haben.

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